„Motorradfahrer sind umgänglicher als andere Gruppen“

Ok, wir gestehen: Die Traumrouten von „Abenteuer Motorrad“ (siehe Beschreibungen West-Tour und Ost-Tour) haben wir nicht aus jahrzehntelanger Biker-Erfahrung schöpfend selbst komponiert. Genau das hat „MoHo – Motorrad Hotels“ für uns gemacht.

SPEEDWEEK.com hat mit Herbert Gassner, dem Geschäftsführer des etwas anderen Urlaubsberaters, gesprochen:

Herbert Gassner, Geschäftsführer MoHo
Foto: Jörg Künstle

Herbert, was ist das Besondere an eurem Service – in Zeiten von großen Buchungsportalen wie booking.com?
Der MoHo-Service läuft individuell und spezialisiert ab. Die MoHo‐Gas(t)geber legen großen Wert auf die persönliche Beratung der Gäste und wissen, worauf es bei einem perfekten Urlaub für Biker ankommt. MoHo steht für den „Motorrad‐Urlaub bei Experten“. Unsere Gäste schätzen diese persönliche Beziehung sind oft MoHo-Fans, sehr loyal sowie treu, und sie zählen auch auf die Empfehlungen der ortskundigen MoHo-Partnerwirte.

Wie lange gibt es euch schon?
MoHo ist seit nunmehr 25 Jahren das Original der Motorradhotels im deutschsprachigen Raum. Kompetente Wirte haben sich damals in einem Verein zusammengefunden, um ihre Häuser gemeinsam einer sehr attraktiven Zielgruppe zu präsentieren. Wir investieren die Beiträge der Mitglieder und Partnerhotels zur Gänze in die Vermarktung der Gruppe mit dem Ziel, unsere Häuser für den stationären Motorradurlaub zu positionieren und provisionsfreie Direktbuchungen zu generieren. 
Also eine Maßnahme gegen booking.com & Co. Denn jene Motorradfahrer, die ein spezialisiertes Motorradhotel suchen, werden es auf regulären Hotelplattformen nicht finden.

Provisionsfreie Direktbuchungen als Maßnahme gegen booking.com & Co.“

Wie viele Länder und wie viele Partnerhotels deckt ihr ab?
Momentan umfasst unsere Kooperationsgruppe 55 Hotels in 3 Kompetenzkategorien. D.h. die Häuser und Gastgeber verfügen über unterschiedliche Motorradkompetenzen und Ausstattungen. Den Markenkern bilden 40 Spezialistenbetriebe, darauf basiert der USP der Gruppe. Der Großteil unseres Angebotes spielt sich in den Ostalpen ab, also in Westösterreich, Südtirol und Trentino. Dort, wo die Berge am höchsten und die entsprechenden Bergstraßen- und Kurvenansammlungen zu Hause sind. Das ist übrigens auch jenes Gebiet, in dem man touristischen Vermarktungskooperationen gegenüber aufgeschlossen ist. Darüber hinaus haben wir vereinzelt Mitglieds- und Partnerbetriebe: 4 in der Osthälfte Österreichs, 2 im grenznahen Deutschland, 1 in der Schweiz, 1 in Slowenien und 1 in Kroatien.  

Was muss ich – außer Urlaubszeit – haben, um bei euch eine Biketour buchen zu können?
Bei uns bucht man primär einen mehrtägigen Motorradurlaub. Der MoHo-Gas(t)geber fungiert als Entdeckungsgehilfe vor Ort. Viele Urlauber haben keine Zeit oder Lust, sich zu Hause auf den Urlaub vorzubereiten und die besten Touren selbst zu planen. Das wird dann dem Wirt überlassen, der sein eigenes Tourenrevier am besten kennt und daher die besten Tourenempfehlungen – inklusive Karte und GPX-File fürs Navi – erteilen kann. Dazu kommen natürlich Insider-Tipps für die Einkehr, Sehenswürdigkeiten, Fotostopps, Besonderheiten im Routenverlauf sowie Hilfestellung bei technischen Angelegenheiten.  Dass die entsprechende Ausstattung und Infrastruktur für Biker und Bikes ebenfalls vorhanden ist, versteht sich dabei von selbst. In den Hotels der MoHo-Kategorie „5 Helme“ werden zusätzlich geführte Touren angeboten. Mind. 1 x pro Woche, in manchen Häusern oder an bestimmten Terminen auch mehr.

Bietet ihr „nur“ Reisen für Motorradfahrer an?
Innerhalb der „MoHo – Motorrad Hotels“ steht natürlich die Ansprache der Motorradfahrer im Fokus. Wobei die meisten Mitgliedsbetrieb auch andere Gäste ansprechen, teilweise auch über weitere Spezialisierungen wie Wandern, Mountainbiken, Wellness oder Ähnliches. Auch bei vielen Motorradfahrern spielt der „Kombinationsurlaub“ eine immer größere Rolle: Bei einem mehrtägigen Urlaub wird dann nicht mehr nur Motorrad gefahren.

Wie ist die aktuelle Situation? Spürt man, dass sich individueller Tourismus wie Motorradreisen etwas besser erholt als Gruppenreisen? Sind Motorradreisen „Covid-sicherer“?
Generell kann man sagen, dass die Motorradfahrer umgänglicher und friktionsfreier sind als andere Zielgruppen. Speziell unmittelbar nach den Lockdowns waren es die Biker, die augenscheinlich als erstes unterwegs waren. Während der Tour sind sie ohnehin für sich unter dem eigenen Helm isoliert und darüber hinaus arrangiert man sich mit den Vorschriften und Auflagen. 

Was wäre dein persönlicher Tour-Tipp für den Biker-Spätsommer 2021?
In den letzten Jahren hat sich der Herbst als die wetterstabilere Jahreszeit herauskristallisiert. Die bisherige Wettersituation lässt diesen Schluss auch für 2021 zu. Dazu kommt, dass außerhalb der Ferien- und Hauptreisezeit neben der Preislage auch die Verkehrssituation in den Motorrad-Hotspots eine viel bessere ist. 
Und fahren kann man prinzipiell alles, solange auf den Bergen kein Schnee fällt oder die Temperaturen gegen Null abfallen. Für mich sind der Spätsommer und der Herbst tatsächlich eine der besten Zeiten zum Motorradfahren. Auch, weil man zur fortgeschrittenen Saisonzeit über eine bessere Routine verfügt als zu Saisonbeginn.
Meistens halte ich es so, dass ich im September überwiegend noch in Österreich unterwegs bin und ab Oktober meine Touren bevorzugt Richtung Südtirol, Trentino und Friaul plane. Tipp für Biker-Kollegen: Nachteil dieser Zeit ist die schon wieder relativ niedrig stehende Sonne am Nachmittag. Da braucht es dann noch mehr lokale Kenntnisse zur Tourenplanung. Womit wieder die MoHo-Gas(t)geber ins Spiel kommen…